Muster mit Geschichte(n):
Öjbro Vantfabrik

Åse und ihre Handschuhe

Es war einmal eine Frau namens Åse, die im schwedischen Ulricehamn in der Region Västergötland lebte. Sie liebte die Natur, die Traditionen ihrer kleinen Stadt, den Austausch mit anderen Menschen und das handwerklich geprägte Umfeld Schwedens. Für Åse gehörten Handwerk, Naturverbundenheit und Volksfeste untrennbar zur Kultur.
Sie hatte eine große Leidenschaft für Farben und Dekor, sammelte Ideen für Muster und Details und gestaltete Textilien.
Als sie bemerkte, dass ihre Hände vor allem im Winter weiß und steif wurden, erkannte sie, dass sie am Raynaud-Syndrom litt. Doch Åse ließ sich davon nicht entmutigen. Sie begann zu tüfteln – und entwarf warme Fäustlinge.
Es mussten Fäustlinge sein, denn Fingerhandschuhe verlieren zu viel Wärme. Aus Merino-Wolle, da sie besonders warm und stabil ist. Und mehrlagig sollten sie sein: ein Fäustling mit drei zusätzlichen Fütterungen.
So entstand ein Handschuh, der Åses Hände auch im Winter warm hielt – und gleichzeitig ihre Liebe zu Farben zeigte.
Bald wurde ihr klar, dass sie mit diesem Problem nicht allein war. Sie nähte weitere Fäustlinge, entwickelte neue Muster, später kamen Socken hinzu. Die Menschen in Ulricehamn liebten ihre Wollsachen – und bald wurden sie weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannt.

So, liebe Leute, entstand Öjbro Vantfabrik.

Warme Fäustlinge von Öjbro Vantfabrik  Nur echt mit dem Logo: Varning Varma Vantar, zu deutsch Achtung warme Handschuhe. Öjbro Vantfabrik  Kuschelig warme Fäustlinge von Öjbro Vantfabrik bei HARTOG Berlin

Varning Varma Vantar

„Varning Varma Vantar“ – Achtung, warme Handschuhe!
So lautet das Label der ersten Fäustlinge von Öjbro Vantfabrik. Ein Versprechen, das gehalten wird: Die Handschuhe sind vierlagig, bestehen aus atmungsaktiver, windabweisender Merino-Wolle und gehören zu den wärmsten ihrer Art.

Auch der Firmenname ist Programm: Öjbro ist der Familienname, Vantfabrik bedeutet Handschuhfabrik – vante steht für Wollhandschuh oder Fäustling.

Impact: Öjbro Vantfabrik 

Öjbro Vantfabrik versteht sich als verantwortungsbewusstes Familienunternehmen. Slow Living, Nachhaltigkeit und ein positiver sozialer Einfluss stehen im Mittelpunkt.

Schwedische Wolle wäre die erste Wahl, doch fehlende Standards machen eine gleichbleibende Qualität unmöglich. Daher nutzt das Unternehmen mulesingfreie Merino-Wolle aus Italien und Neuseeland. Das Material ist Ökotex-zertifiziert.

Regelmäßige Spenden an die Göteborger Stadtmission, langfristige Partnerschaften, die Arbeit mit Kooperativen sowie Produktion in Schweden und Finnland sind feste Bestandteile der Unternehmensphilosophie.
Zudem bietet Öjbro Reparatur-Kits und Anleitungen an, für langlebige Lieblingsstücke.

Durch das strapazierfähige Material sind Öjbro Vantfabrik Decken auch für Haustiere und Kinder geeignet.  Halten schön warm: Die Stulpen und Pulswärmer von Öjbro Vantfabrik aus Merinowolle  Nordische Originale: Die Decken von Öjbro Vantfabrik entstehen in Schweden oder Finnland.

Vom Fäustling zur Wollkunst

Begonnen hat alles mit Handschuhen, doch das Sortiment des Familienunternehmens wuchs schnell. Heute führen wir neben Fäustlingen auch Stulpen, Merino-Socken, hohe Wollsocken, Wolldecken und Kissenbezüge von Öjbro Vantfabrik.

Åse Öjbro ist es wichtig, möglichst viel Geschichte in ihre Muster einfließen zu lassen. Deshalb bezeichnet sie ihre Designs als Volkskunst – eine Verbindung aus Handwerk, Tradition und zeitgemäßem Design. Inspiration findet sie in der Natur und in den Menschen um sie herum.

Die Designerin und ihre Muster

Åse Öjbro liebt ihre Muster – und teilt ihre Gedanken dazu gern:

Ich liebe es, unsere Muster an Menschen zu entdecken, denen ich begegne; ich bin so stolz und glücklich, wenn ich sehe, dass sie unsere Muster tragen. Die Muster werden dann lebendig, größer, greifbarer.

Für mich ist ein Muster nie ein isoliertes Phänomen, sondern Teil eines Kontextes. Langlebige Muster zu schaffen ist mein wichtigster Beitrag zu einer schöneren und grüneren Welt.

Die meisten Muster sind von Regionen, Städten oder Persönlichkeiten inspiriert. Hier ein Überblick über die Designs, die wir bei HARTOG führen:

 

Das Muster Fästfolk von Åse Öjbro zeigt ein verlobtes Pärchen.  Fästfolk von Åse Öjbro auf Handschuhen, Merinosocken und Kissenbezügen.  Hält auch im Winter warm: Die Merinowoll-Kissen von Öjbro Vantfabrik.

Fästfolk

Unser beliebtestes Muster ist Fästfolk. Das ist ein altes schwedisches Wort und bedeutet so viel wie Verlobte. Zu sehen sind ein Paar, zwei Rentiere und viele Herzen. 
Åse Öjbro widmet dieses Muster allen Paaren, vor allem den Verlobten. Besondere Inspiration zu diesem Design war das Künstler-Paar Carl und Karin Larsson aus dem 19. Jahrhundert und ihr Wohnort Sundborn, wo viele Menschen Bergarbeiter waren. 

Passform: Sitzt eher genau.

 

Das Muster Dalarna von Åse Öjbro mit dem Dalapferd und den Einwohnern der Region.  Über und unter dem Dalapferd befindet sich angedeutete Kurbits-Malerei. Hier auf verschieden großen Decken aus Merinowolle.  Fäustlinge und Woll-Socken aus Merinowolle von Öjbro Vantfabrik.

Dalarna

Fast ebenso beliebt ist das Dalarna-Muster mit dem klassischen Dalapferd, umgeben von Kurbits-Ornamenten und Figuren der Dalmasar und Dalkullor. So nennen sich die Einwohner Dalarnas. 
Das Dalapferd steht wie kaum ein anderes Symbol für Schweden. Dalarna hatte besonders wegen seiner Bodenschätze und dem alten Bergwerk Falu Gruva Einfluss auf die ganze Wirtschaft, Politik und das soziale Zusammenleben in Schweden. Dort wurden im 17. Jahrhundert enorme Mengen Kupfer gefördert, was zum Wohlstand Schwedens beitrug. 

Passform: Fällt großzügig aus mit viel Platz für die Zehen. 

 

Das Muster Lycksele von Åse Öjbro ist von traditionellen samischen Mustern inspiriert. Hier ein Handschuh mit Rentiergeweih.  Lycksele als Handschuh und Wollsocke. Der Name des Musters ist auch der der Stadt Lycksele.  Lycksele von Åse Öjbro auf Stulpen.

Lycksele 

Dieses Muster führt in den Norden nach Västerbotten, zum Ort Lycksele. Das Muster besteht aus samisch inspirierten Streifen und verbindet die samische Kultur des südlichen Lapplands mit der Familien-Geschichte der Öjbros. 
Anfang des 17. Jahrhunderts war Lycksele die erste Stadt, die dort gegründet wurde. Eben dort ließen sich Vorfahren der Öjbros nieder und bewirtschafteten an dem wichtigen Knotenpunkt ein Gasthaus. Bis in die 1950er Jahre wurde das Gasthaus bewirtschaftet, heute ist es ein Laden-Geschäft. Das Muster ist Sven Öjbro, dem letzten Bewohner des Hauses, gewidmet.
Kleiner Fun-Fact: Öjbro bedeutet im regionalen Dialekt so viel wie über die Brücke gehen. 

Passform: Aufgrund der vielen Fäden eher schmal und enganliegend. 

 

Schmiedeiserne Kreuze auf dem Friedhof in Ekshärad inspirierten Åse Öjbro zu dem Muster, das hier auf Fäustlingen, die im Wald liegen, zu sehen ist.  Das Muster Ekshärad von Åse Öjbro ist von Kreuzen udn Lebensbäumen inspiriert.  Ekshärad von Åse Öjbro auf Socken.

Ekshärad

Zurück nach Mittelschweden, etwas in den Westen! Wir befinden uns in einem Ort in Värmland. Das Muster zeigt Häuser und Schmiede-Elemente, spitz und hängend. Inspiriert ist es von den bekannten Kreuzen auf dem Friedhof von Ekshärad, die seit dem 17. Jahrhundert so bestehen. Die Kreuze sind als Lebensbäume gestaltet, sind schmiede-eisern, besitzen Spitzen und hängende Blätter und werden zu bestimmten Festen mit Holz-Eiern geschmückt. 
Bis heute wird die handwerkliche Tradition von Schmieden weiter geführt. 

Passform: Lagom, also genau richtig.

 

Stolze Hirsche zieren das Muster Scania (Schonen) von Åse Öjbro  Neben den Hirschen sind auf Scania von Åse Öjbro auch Gänse zu sehen.  Halten schön warm: Die Woll Handschuhe von Öjbro Vantfabrik.

Scania

Das Muster, das sich der südlichsten Region Schwedens (Scania ist auf deutsch Schonen) widmet, zeigt zwei Rothirsche und eine Gans. 
Die Tiere zeigen die Fruchtbarkeit und den Reichtum der Region, die stolz auf ihre Geschichte mit vielen Schlössern, fruchtbarem Ackerland und etlichen Unternehmen zurück blickt. Bei der Gestaltung ließ sich Åse Öjbro von der Textilkünstlerin Märta Måås-Fjätterström inspirieren, die die Textilbranche in ihrer Zeit (Anfang des 20. Jahrhunderts) revolutionierte und ländliche nordische Traditionen mit modernen Trends kombinierte. Märta Måås-Fjätterström hatte ein einflussreiches Atelier in Schonen. 

Passform: Eher schmal. 

 

Das Muster Fager von Åse Öjbro ist von Lilien inspiriert. Hier trocknen Stulpen und Wollsocken an einer Leine in der Küche.  Das Muster Fager widmete Åse Öjbro dem Naturwissenschaftler Carl von Linné. Hier auf Fäustlingen.  Kuschelige Wollsocken von Öjbro Vantfabrik, hier das Muster Fager.

Fager

Zum Schluss kommt ein Muster, das ausnahmsweise nicht von einer Region, sondern von einer Pflanze und einer Person inspiriert ist: Fager bedeutet anmutig und schön auf deutsch und zeigt Lilien und einen stilisierten Gartenzaun. Ganz genau sind es Freesien, wie Åse Öjbro sie auch in ihrem Hochzeits-Strauß hatte und Iris, auch unter dem Namen Schwertlilien bekannt, die im Garten ihre Lieblings-Blumen sind. 
Åse Öjbro knüpft an die jahrhunderte-alte Tradition an, dass Frauen Blumen-Muster interpretieren. Sie widmet ihre Schwertlilie Carl von Linné, dem großen schwedischen Naturforscher aus dem 18. Jahrhundert. 

Ein Stück Schweden

Wenn Sie Muster von Öjbro Vantfabrik tragen, tragen Sie Geschichte – und Handwerk.
Ob Fäustlinge, Socken oder Stulpen: Es ist immer ein kleines Stück Schweden, das Sie bei sich haben.

 

Quellen: 

https://ojbrovantfabrik.de/de/